From the author of »The History of Forgetting« and »Bleeding Through« comes an historical novel that is at once a comic picaresque and a treatise on the twentieth century. In 1901, a woman named Carrie, while traveling in Europe, selects four men to seduce her, each with a version of the coming century. Inevitably, the future spills off course. Gradually we discover that Carrie%u2019s misadventures are implicated in her uncle%u2019s world of business and political espionage. For over forty years, Harry Brown was hired by oligarchs to erase crimes that might prove embarrassing. Thus, as he often explains, espionage is a form of seduction. Enhanced by historical essays, »The Imaginary 20th Century« is a playful and yet deadly serious meditation on one sentence: the future can only be told in reverse.
This book explores the history of the Swedish electronic music studio EMS. EMS was established in 1964 with the intent to create an international center for research in sound and sound perception, and to build one of the worlds most advanced hybrid studios. The principal creators of the studio were rooted in Swedish modernism, and had the EMS-project shaped in accordance to the social democratic cultural policy of the time. This enabled the project to achieve continuous financial support e.g. to purchase a computer in 1969. The construction of the large studio was a complicated and prolonged process. Whilst the building was underway, many composers worked in EMS's principle provisional studio, where they among other pieces created the so-called text sound compositions. Over time this studio was worn, and the composers asked for new analogue equipment. The board of directors opposed the composers' wishes because they preferred to continue the original stake at digitally controlled analogue apparatus and the planned research project. On these grounds many disagreements and conflicts occurred.
"Direktor der Abteilung Defense Research and Engineering, Washington D.C. Mr. Gianfranco Baruchello Via Giorgione Baglivi 7 Rom Italien 15. November 1966 Sehr geehrter Herr Baruchello, der Verteidigungsminister bat mich, Ihren jüngsten Brief zu beantworten, hinsichtlich einer Erfindung, die der körperlichen und geistigen Entspannung von Personen dienen soll, die trotz Stress und Anspannung effiziente Arbeit leisten müssen. Ihre Ideen wurden sorgfältig geprüft und es wurde entschieden, dass das Verteidigungsministerium kein Interesse daran hat, die von Ihnen beschriebene Erfindung zu testen. Ich bedauere, dass wir keine erfreulichere Antwort für Sie haben und bedanke mich für Ihr Interesse. Mit freundlichen Grüßen John S. Foster, Jr."
Die Skulpturen, Fotografien und Zeichnungen von Kata Legrady irritieren. Ihre Kunstwerke konfrontieren die Besucher:innen mit Objekten der Gewalt, die gleichzeitig infantile Lustobjekte sind. Egal ob die Waffen gezeichnet, fotografiert oder plastisch ausgeführt worden sind, ihnen ist immer gemeinsam, dass sie in größtmöglichem Gegensatz erscheinen. Die Waffen sind mit farbenfrohen Schokodrops, mit kostbarem Pelz oder Geldscheinen verziert. Kata Legrady präsentiert mit so einfachen wie ästhetischen Mitteln, was seit Jahrtausenden den Lauf der Welt bestimmt. Ihre Fetischobjekte sind eine Weiterentwicklung der surrealistischen Objektkunst im Zeitalter der Hochglanzästhetik. Die Verwerfungen und Monstrositäten der Zivilisation erscheinen im lieblichen Kleid des Konsums, Gewalt paart sich mit «Luxe, Calme et Volupté» (H. Matisse, 1904).
The work of Matthew Day Jackson opens up a dialogue between various aspects of the history of Western culture and progress, including technology and pop culture, as well as art history and philosophy. Through a variety of art forms - sculpture, painting, installation, photography, and video - Jackson's technically complex works condense historical facts into a deeply descriptive aesthetic fabric. In a continuous confrontation with American history, the artist challenges firmly established perspectives of the world with a unique combination of ingenuity and craft. In the form of an artistic debate on the substance and future of the American Dream, Jackson weaves its aftereffects into his works. In this process, the artist's self-mythologization invariably lies at the core of his wide-ranging modes of production, thus contextualizing the physicality and destructive results of the human power of invention. This publication is the most extensive monograph on the work of the artist to date. Large-format images provide an overview of Jackson's work and show the development of his multilayered practice from 2003 until today. Featuring essays and interviews by internationally renowned authors, the book offers rich insight into various aspects of Matthew Day Jackson's prolific oeuvre.
Was unterscheidet Theater von Kino und Fernsehen? Wie werden aus Zuschauern Mitspieler? "der autor fordert die schauspieler zum mitspielen auf. die schauspieler fordern durch ihr mitspielen die zuschauer zum mitspielen auf. das mitspielen der zuschauer fordert die schauspieler zum mitspielen auf, deren mitspielen wieder die zuschauer zum mitspielen auffordert usw." - Claus Bremer, 1963 Seit 1958 konzipierte der Dramaturg und Poet Claus Bremer (1924-1996) in Darmstadt und Ulm neue Spielweisen des Theaters, die er parallel zur »offenen Form« in der Musik, den interaktiven Methoden der kinetischen Kunst und den Konstellationen der Konkreten Poesie entwickelte. Mit Daniel Spoerri sammelte Bremer 1959 »beispiele für das dynamische theater«, Paul Pörtner schrieb ab 1962 auf seine Anregung hin »Mitspiele«; 1964 integrierte Bremer ein Happening von Wolf Vostell in den Spielplan eines Stadtheaters und war Berater für Werner Ruhnaus »Spielstraße« bei den Olympischen Spielen 1972. Bremers Konkrete Dichtung findet sich bereits in internationalen Anthologien und deutschsprachigen Schulbüchern - jetzt liegen erstmals seine wichtigen Texte zum Theater in diesem Band gesammelt und mit Anmerkungen versehen vor. Sie führen vom »abstrakten theater« über »versuche mit festgelegten und nicht festgelegten aufführungen« bis zu »Stadt, lebendiges Theater«. " Claus Bremer, den ich ein paar Jahre lang vielleicht als meinen besten Freund bezeichnete." - Daniel Spoerri, 2014 "Claus Bremer und Daniel Spoerri wurden meine großen Brüder." - Bazon Brock, 2012 "Der Zuschauer Claus BREMER testet die Aussagenangebote des Autors Bazon Brock, indem er eine wahrscheinlich durch die Vorführung hervorgerufene Kreislaufschwäche von dem im Stück agierenden Arzt kontrollieren läßt. Der Doktor nämlich hatte dem Publikum im Vorführungsverlauf den vom Autor vorgeschriebenen Satz offeriert "Solange ich hier bin, stirbt keiner". Eine solche Autoraussage ist im üblichen Theatergeschehen wenig wirklichkeitshaltig, wenn die Arztrolle von einem Schauspieler präsentiert wird. Dieser Arzt indes war "echt". - Bazon Brock "Bazon Brock will mit seinem Theater nicht nur sagen "Ihr seid frei", er will auch Freiheit bewirken. Was er zu diesem Zweck einsetzt ist das, was uns unfrei macht. Er setzt es derart zusammen, daß es uns befreit. Bazon Brock, der sich sonst so schwierig ausdrückt, hatte hier Ausdrucksmittel, die man verstand! Seine Ausdrucksmittel setzen nichts voraus, er nimmt sie aus der Weit der Illustrierten, er verwendet sie ohne jedes Getue als ob. Er betrügt nicht. Er arbeitet mit echten Mannequins, echten Photographen, einem echten Arzt, einer echten Fürsorgerin, echten Waren und Materialien, wie wir sie kreuz und quer durch alle Abteilungen aus den modernen Kaufhäusern kennen, bewußt filmischen Filmen, Zuschauerportraitfotos und echten Schauspieleranfängern, die ihre Texte derart aufsagen, daß man erfährt, es ist Theater [...]." - Claus Bremer [...] Auf der einen Seite das Publikum, auf der anderen die Darsteller, auf der dritten mehr als 2000 Jahre Literatur: da ist die Verantwortung beim Entwurf eines Spielplanes groß. Wenn ich dieser Verantwortung gerecht werden will, muß ich vier Tatsachen berücksichtigen. Die erste ist der Grund meiner Arbeit am Theater, der die Frage beantwortet: warum mache ich Theater, oder ein wenig anders formuliert. worum geht es mir, wenn ich Theater mache. [...] Ich mache Theater, weil ich etwas möchte, was eben nur das Theater kann: das möglichst unmittelbare Zusammenspiel der Menschen auf der Bühne miteinander und mit denen, die das Publikum sind. Ich mache Theater, weil ich etwas möchte, womit weder der Film noch das Fernsehen bei der Bewältigung des Alltags eine Rolle spielen: die eigene Kritik zusammen mit der eigenen Phantasie von jedem Darsteller und Zuschauer wach machen
Die Neuen Medien sind selbstverständlicher Bestandteil unseres Alltags geworden. Das ZKM | Zentrum für Kunst und Medien Karlsruhe begleitet und gestaltet diesen Wandel in Theorie und Praxis der Kunstwelt. Vor dreißig Jahren (1984) erdacht und fünf Jahre später gegründet, ist das ZKM | Karlsruhe heute eine einzigartige Kultureinrichtung mit weltweiter Reputation. Die vorliegende Publikation beschreibt den Weg des ZKM von der Vision in die Realität und gibt Auskunft über die »Anfänge der Zukunft« in einem kulturpolitischen Entwicklungsprozess. Im Blick der Autorinnen und Autoren stehen Werden und Wachsen der Idee, die damalige Medienkunst, die Karlsruher Kunst- und Kulturszene und die inhaltliche und bauliche Realisierung des Vorhabens. Zu Wort kommen Persönlichkeiten aus Kunst und Kultur, Wissenschaft und Architektur, Politik und Gesellschaft, die an der Entwicklung mitgewirkt haben und somit als Zeitzeugen berichten können. Sie zeichnen nicht nur allgemeine Linien des Entstehungsprozesses nach, sondern vermitteln auch ganz persönliche Eindrücke und Erfahrungen. Die Leserinnen und Leser erwartet ein kulturpolitisches Zeitdokument, das aus einem Kaleidoskop der Vielfalt entstand.
Franz Erhard Walthers Buch »Objekte, benutzen«, das 1968 im Verlag Gebr. König, Köln - New York erschien, ist eine der großen Inkunabeln der Kunstgeschichte. Hier zeigte der Künstler in Wort und Bild, wie die Objekte seines "1. Werksatzes"benutzt werden können. Dies war ein entscheidender und früher Beitrag zur performativen Wende in der Skulptur. Die vorliegende Neuauflage des Buches beruht auf den Faksimiles der originalen Textzeichnungen von Franz Erhard Walther und nicht auf der typografischen Umsetzung der ersten Auflage. Die Wiederentdeckung dieser Originale im Archiv des Künstlers bot den Anlass, »Objekte, benutzen« erneut und um zahlreiche Materialien und Texte erweitert herauszugeben. Die Neuauflage kann insofern auch als ursprüngliche Ausgabe verstanden werden.
Wie in keinem anderen Genre ist die Schrift im Film in Bewegung geraten: Ob Spielfilm, Werbefilm oder Musikvideo - Schrift hat sich seit der Pionierzeit des Films Ende des 19. Jahrhunderts im neuen Medium etabliert und auf vielfältige Bereiche ausgeweitet. Die beweglichen Bleilettern aus der Anfangszeit des Buchdrucks wanderten auf die Bildschirme des 21. Jahrhunderts, und mit der stetigen Erweiterung der analogen und digitalen Arbeitsmöglichkeiten wuchs auch die Vielseitigkeit der mobilen Buchstaben. Die Rolle von Schrift beschränkt sich längst nicht mehr nur auf die funktionale Vermittlung von Informationen, sondern gewinnt einen autonomen ästhetischen Status. Der Band mit Essays von Friedrich W. Block, Daniel Botz, Klaus Peter Dencker, Michael Lentz, Rolf Sachsse, Bernd Scheffer, Marcel Schellong, Christine Stenzer, Soenke Zehle und anderen behandelt insbesondere die Entwicklung des künstlerischen Schriftfilms und stellt Beispiele analog oder digital basierter Filme vor, in denen animierte, grafisch gestaltete und vertonte Schrift zum Hauptdarsteller wird und so über das hinausgeht, was gemeinhin von Schrift und Schrift im Film erwartet wird.
No other genre sets words in motion the way that film does: whether it is an art film, a dramatic film, advertising, or a music video, the scripted film has been established since the pioneering days of film in the late nineteenth century, and has expanded to other areas since then. In a certain way, lead type from the early days of printing has found it way onto 21st-century screens. With analogue and digital work methods, words in motion have continued to become even more multifaceted. They are no longer simply used to convey information, but have gained an autonomous, aesthetic status of their own. This volume deals with the artistic word-film, in particular, and presents examples of analogue and digital films in which animated and designed words, sometimes set to music, are turned into a major character, going far beyond what is conventionally expected of words and words in film.
Sasha Waltz (*1963 in Karlsruhe) ist eine Pionierin der Sasha Waltz (*1963 in Karlsruhe) ist eine Pionierin der »installativen Wende«. Sie entwickelt den Installationsbegriff weiter: Tanz wird zur Installation und Installation zur Handlung. Im Ausstellungsraum bewegt sich der Betrachter auf der »Bühne« durch das Geschehen, er ist deren Teil und bestimmt selbst die Distanz zum Geschehen beziehungsweise zum Objekt. Die Übergänge zwischen Aufführung und Ausstellung sind fließend. Dies ist das neue Signum von Sasha Waltz. Der Band dokumentiert eine Ausstellung der Künstlerin am ZKM | Zentrum für Kunst und Medientechnologie Karlsruhe, in der große Installationen das Zentrum bilden. Ergänzt wird dies durch zahlreiche kleinere Installationen und Objekte, noch nie gezeigte Dokumente und Archivmaterialien sowie ein umfangreiches Performanceprogramm, dem Musik von Komponisten wie Jonathan Bepler, Pascal Dusapin und Hans Peter Kuhn sowie Henry Purcell und Franz Schubert zugrunde liegt.
The book is devoted to the artistic work of Jean-Jacques Lebel. The focus is on the happenings of the 1960s, which are documented in numerous illustrations and analyzed in detail by Alyce Mahon, a professor at Cambridge. Texts by Félix Guattari (1988) and Robert Fleck examine Lebel's signature pictorial method of 'montrage' (from 'montage' and the French montrer, 'to show'). The book is published on occasion of the exhibition «Jean-Jacques Lebel: The Highest of All the Arts is Insurrection» Medienmuseum, Karlsruhe 2014 in cooperation with Margrit Brehm und Axel Heil.
Das Buch stellt das künstlerische Schaffen von Jean-Jacques Lebel erstmalig exemplarisch in Deutschland vor. Im Zentrum stehen die Happenings der 1960er-Jahre, die alle mit zahlreichen Abbildungen dokumentiert und von Alyce Mahon, Professorin in Cambridge, detailliert analysiert werden. Die Texte von Félix Guattari (1988) und Robert Fleck analysieren die spezifische von Lebel in seinen bildnerischen Werken eingesetzte Methode der "Montrage" (von "montage" und "montrer", frz. für "zeigen"). Das Buch ist rschienen anlässlich der Ausstellung »Jean-Jacques Lebel: Die höchste Kunst ist der Aufstand« Medienmuseum, Karlsruhe 2014 in Zusammenarbeit mit Margrit Brehm und Axel Heil.
Unzählige Kameraaugen und Sensoren sind heute auf die Welt gerichtet. Sie erfassen Landmassen und Meeresböden, die Oberflächen von Pflanzen, menschlichen und tierischen Körpern sowie die Beschaffenheit der Atmosphäre. Durch aufwendige Rechenprozesse werden die so gewonnenen Messdaten für das menschliche Auge in Bilder übersetzt. Diese Verfahren sind die Grundlage wissenschaftlichen Erkenntnisgewinns; sie dienen der Steuerung und Überwachung industrieller Produktionsprozesse und nicht zuletzt der Kontrolle und Entscheidungsfindung in Medizin, Recht und Politik. »Maschinensehen« gewährt Einblick in jene Orte, an denen an neuen Mess-, Visualisierungs- und Automationstechniken gearbeitet wird, und dokumentiert damit einen Bereich unserer Kultur, der einem so raschen Wandel unterworfen ist, dass das Wissen über aktuelle Konzepte, Geräte und Verfahren fast ohne Ausnahme in kürzester Zeit unwiederbringlich verloren sein wird.
Die multimedialen Aktivitäten von Jürgen Claus als Künstler, Theoretiker und Lehrer entsprechen dem Idealbild der klassischen Moderne, wie es zum Beispiel die Bauhaus-Künstler verkörpern. Im Zeitalter der Neo-Avantgarde und des Hochkapitalismus war das Ideal schwierig zu verwirklichen. Jürgen Claus hat in seinen einflussreichen und überragenden Publikationen und Werken diesen Anspruch der modernen Kunst, ein universelles Medium zu sein, noch einmal durchgesetzt. Vergleichbar einem Giorgio Vasari des 20. Jahrhunderts, berichtet Jürgen Claus von seinen Begegnungen mit Persönlichkeiten wie Herbert Bayer, Vilem Flusser, Hans Hartung, Nam June Paik, Otto Piene, Pierre Restany und Stelarc im Laufe von 40 Jahren. In einem langjährigen, vielfältigen und sehr persönlichen Austausch über Kunst - hier in Form von Gesprächen, Briefen sowie Tagebucheinträgen wiedergegeben - werden die Traditionslinien sichtbar, die nicht nur für die Moderne, sondern auch für die Arbeiten von Jürgen Claus prägend sind. Jürgen Claus selbst nennt es »erlebte Zeitgenossenschaft«.
The geography of the visual arts changed with the end of the Cold War. Contemporary art was no longer defined, exhibited, interpreted, and acquired according to a blueprint drawn up in New York, London, Paris, or Berlin. The art world distributed itself into art worlds. With the emergence of new art scenes in Asia and the Middle East and the explosion of biennials, the visual arts have become globalized as surely as the world economy has. This book offers a new map of contemporary art's new worlds and documents the globalization of the visual arts and the rise of the contemporary over the last twenty years.
Thanks to recent advances in molecular science and nanotechnology, we are now able to transcend the limits of natural perception and see layers of matter previously invisible to the naked eye. This book documents both the aesthetic and cognitive developments in what Félix Guattari once coined the »Molecular Revolution« (1977). Yet for the first time in this volume, artists and scientists jointly explore previously unseen and unknown empirical and theoretical objects. The book suggests ways in which art and science can draw inspiration from one another.
Werner Büttner prägt seit den 1980er-Jahren mit Künstlern wie Martin Kippenberger und Albert Oehlen nachhaltig die deutsche Kunstszene. Seine Bilder, Zeichnungen, Collagen, Grafiken und Skulpturen sprühen vor Einfallsreichtum und rebellischem Witz. Mit Ironie und beißendem Spott begegnet der Künstler sozialen Realitäten sowie dem Kunstsystem selbst; dabei scheut er nicht die Überschreitung von gesellschaftlichen Tabus. Büttner hat mit dem Illusionismus der wieder erstarkten gegenständlichen Malerei der 1960er- und 1970er Jahre gebrochen und die gängigen Vorstellungen von Malerei in der Kunstwelt und beim Publikum in jeder Hinsicht unterlaufen. Auch sein hintersinniger Umgang mit Sprache und ihrem Verhältnis zur Kunst ist mittlerweile legendär. Die üppig ausgestattete Publikation mit zahlreichen Abbildungen und fundierten Texten belegt die Bedeutung von Werner Büttner in Bezug auf die Entwicklung der deutschen Kunst im ausgehenden 20. Jahrhundert und stellt ihn als eine ihrer zentralen Figuren und Vordenker dar.
Ausgehend von der Frage nach der musealen Darstellbarkeit und Reproduzierbarkeit historischer Live-Acts der Performance und Tanzkunst wurden im ZKM I Karlsruhe neue Formen der Ausstellung und der Dokumentation von Performancekunst und Ihrer Geschichte erarbeitet und erprobt. In bewusster Abgrenzung zum männlich dominierten Kunstgeschehen zeigt Moments eine repräsentative Auswahl von Künstlerinnen: Marina Abramovi%u0107, Graciela Carnevale, Simone Forti, Anna Halprin, Lynn Hershman Leeson, Reinhild Hoffmann, Channa Horwitz, Sanja Ivekovi%u0107, Adrian Piper und Yvonne Rainer. Ihre Arbeiten gelten heute als revolutionäre Meilensteine der Performance und der Tanzkunst. Unter Mitwirkung der zum Teil anwesenden Künstlerinnen wurden diese Schlüsselwerke im Dialog mit Performern der jüngsten Generation wieder aufgeführt und neu Interpretiert. Die vorliegende Publikation dokumentiert in einer reich bebilderten Fotostrecke die vielschichtigen Prozesse im Ausstellungsraum und kombiniert sie mit einer grundlegenden wissenschaftlichen Aufarbeitung der Thematik in dreizehn Essays zum aktuellen Forschungsstand von Performance Im Bereich Tanz und bildende Kunst.
Der Wegbereiter der kinetischen multimedialen KunstOtto Piene gilt als einer der wichtigsten Wegbereiter einer kinetischen, auf Technik basierenden multimedialen Kunst. Piene gehörte 1958 zu den Mitbegründern der Zero-Bewegung in Düsseldorf, einer der einflussreichsten Avantgarde-Bewegungen des 20. Jahrhunderts. Mehr als 50 Jahre lang arbeitete der Künstler mit den Naturphänomenen Licht, Luft und Feuer, um eine versöhnliche Symbiose aus Mensch, Technik und Natur zu schaffen. Die Verbindung von Kunst und Wissenschaft, durch die die Kunst eine gesellschaftlich relevante und politische Dimension erhält, war typisch für seine langjährige Tätigkeit als Direktor des renommierten Center for Advanced Visual Studies (CAVS) am MIT in Boston, das sich dank Pienes Einsatz von 1974 bis 1994 zu einem der führenden Zentren für Kunst und Technologie entwickelte.Otto Piene is considered world-wide to be one of the most important trailblazers of an interdisciplinary form of multimedia art based on technology. In 1958 Piene was among the founders of the Zero movement in Düsseldorf one of the most influential avant-garde movements of the 20th century. For more than 50 years, Piene worked with the natural phenomena of light, air and fire to create a conciliatory symbiosis of man, technology and nature. The combination of art and science through which art is assigned a socially relevant and political dimension was typical of his many years acting as Director of the renowned Center for Advanced Visual Studies (CAVS) at MIT in Boston, which thanks to Piene s efforts from 1974 to 1994 emerged as one of the leading centers for arts and technology. The current catalog appears on the occasion of the exhibition Energiefelder at ZKM | Museum für Neue Kunst.
Are you born-digital? This could be the ultimate, decisive question in the future when it comes to preserving and making the art of our time accessible for future generations. This book presents the results of the «digital art conservation» project that was conceptualized and implemented at the ZKM | Center for Art and Media Karlsruhe beginning in 2010. It includes text contributions by leading theorists, restorers, programmers, and artists as well as case studies. It is designed to foster the international debate on the preservation of digital art. With contributions by Edmond Couchot, Alain Depocas, Johannes Gfeller, Sabine Himmelsbach, Anne Laforet, Aymeric Mansoux, Antoni Muntadas, Jussi Parikka, Bernhard Serexhe, Peter Weibel, and Siegfried Zielinski.