Am Ende der neunziger Jahre ist Kunst zu einem Knotenpunkt gesellschafts- und kulturtheoretischer Fragestellungen geworden. Dabei bilden gerade die medienorientierten Ansätze der zeitgenössischen Kunst den zentralen Ausgangspunkt. Video hat sich zu einer universalen und integrierenden Sprache entwickelt, die in Gestalt von Großbildprojektionen, Monitorbildern oder interaktiven Systemen Raum und Zeit, Fiktion und Realität, Theorie und Alltag miteinander verknüpft. Mit «video cult/ures» präsentiert das Museum für Neue Kunst I ZKM Karlsruhe eine breite Auswahl internationaler Arbeiten zeitgenössischer Künstlerinnen und Künstler, die das aktuelle Kunstgeschehen durch ihre Videoarbeiten nachhaltig belebt haben. Interkulturalität und die Sensibilität für gesellschaftlich vermittelte Konstruktionen von Identität bilden dabei die Gravitationszentren, um die sich die Videokunst der letzten Jahre bewegt. In den zeitgenössischen Projektionen finden sie ihren medienreflexiven Ausdruck. Mit «video cult/ures» liegt ein Band vor, der nicht nur dieses künstlerische Feld beschreibt, sondern darüber hinaus mit den Essays von Ursula Frohne, Peter Weibel, Konstanze Thümmel, Verena Kuni, Yvonne Spielmann, Kaja Silverman, Christian Katti, Lydia Haustein und Okwui Enwezor einen Reader zur aktuellen Videokunst bietet, der in kunstgeschichtlicher, ästhetischer und kulturwissenschaftlicher Perspektive das Phänomen Videokunst untersucht.
Mit »Neue Kunst für junge Augen« liegt erstmals ein Führer durch die Sammlungsbestände des MNK vor, der sich an ein junges Publikum richtet. Von Andy Warhol bis Martin Kippenberger werden 23 Künstler vorgestellt und auch für jugendliche Leser verständlich erläutert. Ein Einstieg in die Kunst der Gegenwart ist damit möglich, der in seiner Spannbreite zugleich eine kleine Kunstgeschichte der Nachkriegszeit darstellt. Auf dem Weg durchs Museum werden die jugendlichen Leser von einem kleinen blauen Wesen begleitet, das auf einer Reise durch die Galaxis einen Zwischenstopp in Karlsruhe eingelegt hat.
»Mediascape«, the exhibition that marks the reopening of the Guggenheim Museum SoHo, offers cause for celebration on many fronts. It announces the Guggenheim's commitment to exploring the relationship between technology and culture; it initiates a long-term collaboration between the Guggenheim Museum and ZKM/Center for Art and Media in Karlsruhe, Germany; and, finally, the exhibition establishes collaborations with corporate partners who are providing both financial assistance and significant, long-term access to technology and expertise, which will enable the museum to realize complex and unusually demanding exhibitions of multimedia art.This is an interesting moment in history, one that resembles the Italian Renaissance in its commingling of science, art, and the humanities. In contemporary society, the traditional notions of time and space have been transformed by advances in technology, telecommunications, and information transfer. Virtual communities have emerged, collapsing long-standing geographical boundaries and localized codes of cultural identity. The mass manufacturing and distribution of video and computer equipment has generated entirely new forms of cultural production. In unprecedented numbers, and with a sophistication born of easy access to complex technologies, artists are using these devices as aesthetic tools to develop a new syntax and structure for art making. »Mediascape«, which is drawn largely from the collections of ZKM and the Guggenheim, offers what its title suggests: a view of what new media have to offer, from sculptural formats and immersive environments to more recent interactive digital projects.
Man kann ihn drehen und wenden, den Bild- und Textband zu Bazon Brock, dem Denker im Dienst und Künstler ohne Werk – der nicht nur sein Publikum gerne intellektuell Kopf stehen lässt, sondern dies bei seinen frühen Aktionen auch selbst tat … Er gründete das "Institut für Rumorologie/Gerüchteverbreitung", das "Labor für Universalpoesie und Prognostik", das "Pathosinstitut Anderer Zustand" und die "Prophetenschule". Er veranstaltete Happenings mit Joseph Beuys und organisierte "Profi-Bürgerbewegungen" in Karlsruhe: Bazon Brock, der Kreuz- und Quer-Denker und Philosophieprofessor, für den Probleme nur dann welche sind, wenn sie unlösbar sind. Das LOCKBUCH BAZON BROCK schließt einen Lese-Zirkel zwischen Brocks Arbeit als auffälliger Zeitgenosse, als Akteur der Kulturszene seit Ende der 1950er-Jahre und den Fragen, die er provoziert. Wie er wurde, was er ist: weder Wissenschaftler noch Künstler, weder Lehrer noch Lenker - eben ein typischer Navigator zwischen schöpferischer Kulturbarberei und der Ästhetik des Unterlassens. Ein Gedankenreigen und Lese-Fahrplan für eine erste Annäherung an einen der eigenwilligsten „Quer“- und Gegen-den-Strich-Denker unserer Zeit, präsentiert in Bilderbögen und Textpfeilen von Helmut Bien, Gertrud Nolte und Anna Steins. Nicht nur ein Lesevergnügen, sondern auch ein visuelles – große Gedanken in schönstem DesignDie ideale „Einsteigerlektüre“ für alle, die den wortgewaltigen Philosophen im Kunstbetrieb besser kennen lernen möchten