Die Bedeutung neuer Technologien innerhalb der Gegenwartskultur findet zunehmend Resonanz in aktuellen künstlerischen Projekten. Die Publikation dokumentiert den komplexen Entstehungsprozess der neuesten Videoinstallation von Ute Friederike Jürß, »You Never Know the Whole Story«, die auf dem Gebiet der digitalen Bilderzeugung neue Wege geht: Die Arbeit zeigt drei »lebende Bilder«, die in Anlehnung an Pressefotos aus Aufnahmen der maskierten Künstlerin mit Hilfe eines digitalen Videoprogrammes als bewegt-unbewegtes Theater inszeniert wurden. Drei analytische Essays von Ursula Frohne, Thomas Y. Levin und Dörte Zbikowski beleuchten darüber hinaus den künstlerischen Umgang mit den neuen elektronischen Bildgattungen, da die technischen Voraussetzungen für die formalen und inhaltlichen Formulierungen der Medienkunst von ebenso prägender Bedeutung sind wie Farbe und Leinwand für die Malerei. Zur Künstlerin: Ute Friederike Jürß *1962 in Wiesbaden. 1985-1990 Studium und Diplom an der Akademie für Bildende Künste, München. 1991 Gastbühnenbildnerin am Staatstheater Darmstadt. 1992/93 Lehrauftrag an der Staatlichen Hochschule für Gestaltung Karlsruhe. 1994/95 Stipendium auf Schloß Solitude, Stuttgart. 1999 Lehrauftrag an der Hochschule für Künste, Institut für Zeitmedien, Bremen. Lebt in Lübeck und New York.
Die Video-Klang-Installation »Stations« von 1994 vereinigt zentrale Aspekte aus Bill Violas Kunstschaffen: Zu sehen sind fünf Menschen verschiedenen Geschlechts und Alters, die in einem unbestimmten, wassergefüllten Raum schweben. Allmählich entfernen sie sich, um dann plötzlich in einer geheimen Choreografie wieder in das Wasser einzutauchen. Vielfältig sind die Anknüpfungspunkte nicht nur der formalen Gestaltung, sondern auch der symbolhaften Ikonografie, die das Thema des Zyklischen, des Werdens und Vergehens aus der Perspektive orientalischen Denkens, aber auch vor dem Hintergrund abendländischer Jenseitsvorstellungen zu verbildlichen sucht. Neben dieser großen Arbeit von Bill Viola werden im vorliegenden Band zwei weitere Videoinstallationen, »Threshold« von 1992 und »The City of Man« von 1989, eingehend besprochen. Anregende und instruktive Texte beleuchten Violas Rezeption ostasiatischen Gedankengutes sowie den Einfluss abendländischer Mystik auf die Kunst des Amerikaners. Zum Künstler: Bill Viola *1951 in New York. Studium an der Universität von Syracuse, New York. Assistententätigkeit bei Nam June Paik, Peter Campus, Frank Gillette u.a. Ausstellungen im In- und Ausland, darunter Teilnahme an der documenta 6 und IX, 1995 Biennale Venedig.
"Ich denke, man muß sich zeigen. Durch die eigene Arbeit in Erscheinung zu treten, ist zweifellos Teil des Künstler-Seins. Wenn man nicht will, dass die Leute dieses Selbst sehen, legt man ein Make-up auf", so beschrieb Bruce Nauman 1996 die Motivation, den eigenen Körper als künstlerisches Darstellungsmittel einzusetzen und ihn zugleich mittels Maskerade zu verbergen. In der Figur des Clowns, die eine der am häufigsten verkörperten Figuren in Naumans Videoarbeiten der späten achtziger Jahre darstellt, kulminiert das Verschwinden des Künstlers im Werk. Diesem zentralen Thema "Clown und Maskerade" im Schaffen von Bruce Nauman widmet sich ein Beitrag der vorliegenden Publikation. Weitere Texte fragen nach dem Verhältnis von Werk und Rezipient, beleuchten seine Spracharbeiten und setzen sich mit einer noch erklärungsbedürftigen Werkgruppe, den Abgussarbeiten des Künstlers, auseinander. In einem zweiten Teil werden Arbeiten aus den Sammlungen Froehlich und FER von den Anfängen in der Mitte der sechziger Jahre bis in die neunziger Jahre in fundierten Werkbetrachtungen erschlossen.
Am Ende der neunziger Jahre ist Kunst zu einem Knotenpunkt gesellschafts- und kulturtheoretischer Fragestellungen geworden. Dabei bilden gerade die medienorientierten Ansätze der zeitgenössischen Kunst den zentralen Ausgangspunkt. Video hat sich zu einer universalen und integrierenden Sprache entwickelt, die in Gestalt von Großbildprojektionen, Monitorbildern oder interaktiven Systemen Raum und Zeit, Fiktion und Realität, Theorie und Alltag miteinander verknüpft. Mit «video cult/ures» präsentiert das Museum für Neue Kunst I ZKM Karlsruhe eine breite Auswahl internationaler Arbeiten zeitgenössischer Künstlerinnen und Künstler, die das aktuelle Kunstgeschehen durch ihre Videoarbeiten nachhaltig belebt haben. Interkulturalität und die Sensibilität für gesellschaftlich vermittelte Konstruktionen von Identität bilden dabei die Gravitationszentren, um die sich die Videokunst der letzten Jahre bewegt. In den zeitgenössischen Projektionen finden sie ihren medienreflexiven Ausdruck. Mit «video cult/ures» liegt ein Band vor, der nicht nur dieses künstlerische Feld beschreibt, sondern darüber hinaus mit den Essays von Ursula Frohne, Peter Weibel, Konstanze Thümmel, Verena Kuni, Yvonne Spielmann, Kaja Silverman, Christian Katti, Lydia Haustein und Okwui Enwezor einen Reader zur aktuellen Videokunst bietet, der in kunstgeschichtlicher, ästhetischer und kulturwissenschaftlicher Perspektive das Phänomen Videokunst untersucht.
Mit »Neue Kunst für junge Augen« liegt erstmals ein Führer durch die Sammlungsbestände des MNK vor, der sich an ein junges Publikum richtet. Von Andy Warhol bis Martin Kippenberger werden 23 Künstler vorgestellt und auch für jugendliche Leser verständlich erläutert. Ein Einstieg in die Kunst der Gegenwart ist damit möglich, der in seiner Spannbreite zugleich eine kleine Kunstgeschichte der Nachkriegszeit darstellt. Auf dem Weg durchs Museum werden die jugendlichen Leser von einem kleinen blauen Wesen begleitet, das auf einer Reise durch die Galaxis einen Zwischenstopp in Karlsruhe eingelegt hat.
»Mediascape«, the exhibition that marks the reopening of the Guggenheim Museum SoHo, offers cause for celebration on many fronts. It announces the Guggenheim's commitment to exploring the relationship between technology and culture; it initiates a long-term collaboration between the Guggenheim Museum and ZKM/Center for Art and Media in Karlsruhe, Germany; and, finally, the exhibition establishes collaborations with corporate partners who are providing both financial assistance and significant, long-term access to technology and expertise, which will enable the museum to realize complex and unusually demanding exhibitions of multimedia art.This is an interesting moment in history, one that resembles the Italian Renaissance in its commingling of science, art, and the humanities. In contemporary society, the traditional notions of time and space have been transformed by advances in technology, telecommunications, and information transfer. Virtual communities have emerged, collapsing long-standing geographical boundaries and localized codes of cultural identity. The mass manufacturing and distribution of video and computer equipment has generated entirely new forms of cultural production. In unprecedented numbers, and with a sophistication born of easy access to complex technologies, artists are using these devices as aesthetic tools to develop a new syntax and structure for art making. »Mediascape«, which is drawn largely from the collections of ZKM and the Guggenheim, offers what its title suggests: a view of what new media have to offer, from sculptural formats and immersive environments to more recent interactive digital projects.